Auf dieser Seite finden sich Veranstaltungen, die von der GUS oder ihren Mitgliedern im Themenfeld "Utilitarismusstudien" organisiert wurden oder werden.
Am 26. März 2026 wurde unter großer Beteiligung von Autor:innen und Leser:innen in einem Zoom-Seminar das neu erschienene Handbuch Utilitarismus, herausgegeben von Vuko Andrić & Bernward Gesang, präsentiert. Es ist das erste solche Handbuch in deutscher Sprache. Peter Singer steuerte zur Präsentation einige Überlegungen zum Verhältnis zwischen Utilitarismus und longtermism bei, Dieter Birnbacher trug zum Thema „The edge of Utilitarianism: some examples from biomedicine“ vor.
Am 27. Januar 2026 hielt Roger Crisp einen Online-Vortrag zur bleibenden Relevanz eines nicht-säkularen Utilitarismus. Er griff dazu auf Richard Cumberland aus dem Kreis der Cambridge Platonists des 17. Jahrhunderts zurück, den Crisp als ‚ersten systematischen Utilitaristen‘ las. Die heutige Einschätzung eines ‚Divine Utilitarianism‘ hänge einzig davon ab, was er in der Mehrung innerweltlichen Glücks und Minimierung innerweltlichen Leids ausrichten könne.
Die erste Jahreskonferenz der Gesellschaft für Utilitarismusstudien fand am 21. und 22. November 2026 im Warburghaus der Universität Hamburg statt, veranstaltet von Peter Niesen und Michael Schefczyk. Sie trug den Titel „Bentham's Political Constitutionalism. Lessons from Classical Utilitarianism in Regressive Times?” und versuchte, den Schnittpunkt von drei ganz unterschiedlichen Diskussionszusammenhängen zu bestimmen, erstens der aktuellen Diagnose „demokratischer Regression“, die sich im Machtzuwachs von Exekutiven und dem Kontrollverlust juristischer und parlamentarischer Akteure geltend macht, zweitens der Tradition des Political Constitutionalism, der auf die genannten Herausforderungen im Gegensatz zum rivalisierenden Paradigma des Legal Constitutionalism nicht mit änderungsfesten Verfassungsbestandteilen und einer aktivistischen Verfassungsrechtsprechung reagiert, sondern mit Politisierung, die allerdings in einem System von checks and balances aufgefangen wird, sowie Jeremy Benthams Verfassungstheorie, die, wie argumentiert wurde, als eine eigenständige, bisher noch nicht erforschte Variante des Political Constitutionalism ohne checks and balances auskommt. Benthams Kombination strikter rechtlicher Kontrollbefugnisse im Verbund mit epistemischen Interpretationen des ‚Tribunals‘ der öffentlichen Meinung und des parlamentarischen Verfahrens wurden dabei Chancen eingeräumt. Während Richard Bellamy (University College London), Maria Paola Ferretti (Mainz) und Emanuela Ceva (Genf) die zeitgenössischen Herausforderungen von Regression und Korruption behandelten, präsentierten Philip Schofield (University College London), Xiaobo Zhai (Macao) und Guillaume Tusseau (Sciences Po Paris) Benthams Perspektive auf die Kontrolle von Amtsträgern. Am zweiten Veranstaltungstag schlugen Piers Norris Turner (Ohio State) und Gordon Arlen (Melbourne) den Bogen von Benthams Kritik des sinister interest zu John Stuart Mills Verfassungstheorie. Kommentiert wurden die Vorträge von Markus Patberg (Hamburg), Leonardo Nochang Heck (Hamburg), Emmanuelle de Champs (Cergy-Paris), Brian Chen (NCCU Taipeh), Frauke Höntzsch (Augsburg) und Philip Schink (Oldenburg).
Mit Unterstützung der Gesellschaft für Utilitarismusstudien und der Fritz Thyssen-Stiftung fand am 23. und 24. Mai 2025 eine Tagung zum Thema „The Idea of Moral Progress in the Utilitarian Tradition“ am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) statt. Zu Vorträgen von Eleonora Buono, Giulia Cantamessi, Roger Crisp, Julia Driver, Annette Dufner, Frauke Höntzsch, Helen McCabe, Michael Schefczyk und den beiden Organisatoren Cyriak Schmitz und Christian Seidel versammelten sich Utilitarismus-Expert:innen sowie zahlreiche Interessierte, um miteinander exegetische, historische und systematische Fragen rund um die Idee des moralischen Fortschritts im Denken derjenigen Tradition zu diskutieren, die rückblickend betrachtet viele moralische Verbesserungen der letzten zwei Jahrhunderte vorwegnahm, sich selbst immer als fortschrittlich verstand und diese Idee seit jeher als argumentative Ressource gegen konkurrierende Moraltraditionen ins Felde führt.
Das Programm und weitere Informationen zur Tagung finden sich hier.
Am 19. Mai 2025 veranstaltete die GUS im Warburghaus der Universität Hamburg einen Buchworkshop anlässlich der Veröffentlichung von Wolfgang Künnes vierbändigem Opus Magnum (Vittorio Klostermann, Frankfurt a. M. 2024). Wolfgang Künne stellte Bernard Bolzano in seinem Eröffnungsvortrag als ersten deutschsprachigen Vertreter in die Tradition der utilitaristischen Ethik. Arianna Betti (Amsterdam), Markus Stepanians (Bern), Emmanuel Viebahn und Peter Niesen (beide Hamburg) kommentierten Künnes Ausführungen zur Logik, Sprachphilosophie, Rechts- und Moralphilosophie.
Am 24. April 2025 begrüßte die GUS Jeff Sebo zu einem Online-Vortrag über sein neues Buch The Moral Circle: Who Matters, What Matters, and Why (W.W. Norton, 2025). Sebos Thesen gaben Anlass zu einer angeregten Diskussion: Sollten wir den Kreis der moralisch zählenden Wesen nicht nur auf Wirbeltiere, sondern auch auf Garnelen oder Insekten ausweiten? Was ist mit neuromorphen und andersartigen KI-Systemen, die immer komplexer werden? Inwieweit ist die schier unendliche Anzahl nichtmenschlicher Wesen relevant? Und sind Sebos Argumente auf utilitaristische Prämissen festgelegt oder lassen sie sich auf breiterer normativer Basis vertreten?
Am 12. und 13. Dezember fand in Lyon eine internationale Konferenz zum Thema "Utilitarianism debated" statt.
Das Programm findet sich hier.
Zum Erscheinen des Handbuchs zu John Stuart Mills Leben, Werk und Wirkung fand am 27.6.2024 an der Universität Erfurt eine Podiumsdiskussion zum Thema "Liberalismus und Liberalismuskritik. Zur Aktualtität von John Stuart Mills gesellschaftspolitischem Denken" statt. Auf dem Podium diskutierten Gerhard Wegner (Universität Erfurt), Michael Schefczyk (KIT Karlsruhe) und Frauke Höntzsch (Universität Erfurt/Augsburg). Die Veranstaltung wurde gefördert durch die Universität Erfurt, mit freundlicher Unterstützung der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.
Die Gesellschaft für Utilitarismusstudien hat gemeinsam mit der Revue d'Études Benthamiennes am 28.3.2024 einen Online-Vortrag veranstaltet:
David Weinstein (Wake Forest und Oldenburg)
Classical Utilitarianism and the Anxiety of Influence
Die Gesellschaft für Utilitarismusstudien lädt zu folgendem Online-Vortrag ein:
Bernward Gesang (Mannheim)
Individualrechte und Geheimhaltung im Utilitarismus
Donnerstag, 5. Oktober 2023, 16:00 Uhr
Die Gesellschaft für Utilitarismusstudien lädt zu einer Reihe von Online-Vorträgen im Wintersemester 2022/23 ein:
Katarzyna de Lazari-Radek (Lodz)
Deontological threads in Sidgwick’s ethics
Freitag, 9. Dezember 2022, 14 bis 15 Uhr
Monika Betzler (München)
The Value of Childhood
Donnerstag, 19. Januar 2023, 16 bis 18 Uhr
Malte Hendrickx (Michigan)
Demandingness and Difficulty
Donnerstag, 2. Feburar 2023, 16 bis 18 Uhr
Christopher Woodard (Nottingham)
Utilitarianism and moral constraints
Donnerstag, 16. März 2023, 16 bis 18 Uhr
In Zusammenarbeit mit Prof. Rudolf Schüßler und Dr. Vuko Andric (beide Universität Bayreuth) veranstaltet die Gesellschaft für Utilitarismusstudien am 8. und 9. Dezember 2022 den Workshop "Consequentialism and Deontology" an der Universität Bayreuth.
Vor fast zweihundert Jahren begründete Bentham mit seinem Diktum “everybody to count for one, nobody for more than one” den Utilitarismus. (Tatsächlich findet sich diese Phrase so nur bei Mill (1861), nicht bei Bentham selbst.) Heute ist klar: so einfach ist es nicht. Zum einen ist die utilitaristische Idee deutlich voraussetzungsreicher als noch Bentham und Mill dachten. Zum anderen ist die Welt deutlich komplexer geworden und der Utilitarismus scheint mal plausiblere, mal weniger plausible Antworten auf die drängenden praktische Fragen der heutigen Zeit zu geben.
Mit der Vortragsreihe “Utilitarismus in Philosophie und Gesellschaft” wollen wir die theoretische Auseinander-setzung mit dem Utilitarismus und verwandten Theorien der Moral- und politischen Philosophie intensivieren. Auch soll sie eine Plattform bieten, um drängende gesell-schaftliche Fragen mithilfe des oder in Auseinander-setzung mit dem Utilitarismus zu diskutieren und Antworten zu suchen.
Die Vortragsreihe wird in losen Abständen, vorläufig jedoch zwei mal jährlich und online per Zoom stattfinden.
Die Teilnahme ist kostenlos; Anmeldungen per E-Mail an [email protected].
Krister Bykvist
To be or not to be, what is the value?
13. Juni 2022, 15 bis 17 Uhr
Adriano Mannino
Utilitaristische und anti-utilitaristische Perspektiven auf die Pandemie: Vom Dissens zum praktischen Konsens?
7. Mai 2021, 14 bis 16 Uhr
Die Mitglieder der GUS sind über viele Orte verstreut. Um eine Möglichkeit des ungezwungenen inhaltlichen Austausches zu ermöglichen, veranstaltet die GUS einen digitalen Lesekreis, bei dem vorrangig Neuerscheinungen aus dem Bereich von Utilitarismus und Konsequentialismus diskutiert werden.
Bei Interesse, Anmeldungen unter [email protected]
Organisator: Christoph Schmidt-Petri
09.15-09.30 Introduction
09.30-10.15 C. MacLeod: Mill, Authority, and Epistemology
10.15-11.00 F. Höntzsch: Mill’s Unredeemed Promise
11.00-11.30 Coffee Break
11.30-12.15 D. Weinstein: Making Better Sense of Ideal Utilitarianism
12.15-13.00 C. Schmidt-Petri: Happiness & Contentment in Mill & Plato
13.00-14.00 Lunch Break
14.00-14.45 M. Schefczyk: The Infamous Last Chapter: Mill's Reflections on the Government of Dependies by Free States
14.45-15.30 G. Varouxakis: What on Earth was the Religion of Humanity for John Stuart Mill?
15.30-16.15 P. N. Turner: Mill's Debt to Bentham